Die Traditionen der Kerbegesellschaft

Viele fragen sich, was es mit unsren Bräuchen auf sich hat, warum ein Hammel beim Umzug mitläuft und wieso bei uns der Gickel „geschlagen“ wird.

Der Umzug mit all seinen Symbolen soll den Zuschauern das Geschehen von damals immer wieder nahebringen und wir geben uns Mühe, die Bräuche von damals noch so weit wie möglich umzusetzen.

Der Kerbebaum

Früh am Kerbesamstag fahren die Baumholer in den Wald und suchen eine besonders schöne und hohe Tanne aus, die sie schlagen und anschließend mit dem Traktor nach Wallau an die Kirche transportiert. Dort wird das gute Stück von den Kerbemädchen mit bunten Bändern geschmückt und unter höchstem körperlichen Einsatz von den Baumholern an die richtige Stelle justiert und in das vorgesehene Loch in den Boden gelassen. Der Kerbebaum steht als symbolischer Richtbaum, der von Weitem zum Richtfest einladen soll. Bis vor einigen Jahren zählte der Kerbebaum noch zu den Hauptpreisen unserer Verlosung, schließlich sorgte er für eine große Menge Brennholz.

Die Kerbemudder

Die Kerbemudder, die traditionell auf der Kutsche mit dem Kerbevadder mitfährt, soll eine zufriedene und glückliche Frau darstellen. Sie symbolisiert eine Mutter als Wahrzeichen, die die große Gemeinschaft schützt und Kulturgüter sowie Vermächtnisse weitergibt.

Der Hammel

Schafe in großer Zahl prägten vor über 100 Jahren das Landschaftsbild und stellten als Dunggeber und Wollelieferant den vorwiegenden Wirtschaftsfaktor dar. Man war stolz, dies auch zu zeigen, denn er stand für Wohlstand. Und auch heute führen wir noch einen Hammel mit auf dem Umzug, den der Hammelführer mit sich führt. Dieser ist auch dafür verantwortlich, mit dem Tier spazieren zu gehen und ihn an die Umgebung des Menschen zu gewöhnen. Wie der Kerbebaum gehörte auch der Hammel bis vor einigen Jahren noch zu den Gewinnen der Tombola.

Der Giggel

Eigentlich sollte er wie sein Abbild auf dem Kirchturm auf der höchsten Spitze des Umzuges thronen. Tatsächlich wird er auf einem Giggelwagen im Käfig mitgeführt und soll das Symbol steter Wachsamkeit bei Tag und Nacht darstellen. Die Gickelführer kümmern sich in den Kerbetagen um das Tier, versorgen es mit Futter und Wasser. Beim „Gickelschlagen“ wird kein Tier verletzt, sondern handelt es sich dabe viel mehr um einen weiteren Brauch. Die Kerbeburschen werden zusammengerufen, in ihrer Mitte steht ein umgedrehter Tontopf auf dem Boden. Einzeln werden jedem Burschen nacheinander die Augen verbunden und dieser im Kreis gedreht, bis er orientierungslos versuchen muss, den Tontopf zu treffen. Dem Gewinner winkt der Gickel als Sieg. Früher war diese Tradition sehr beliebt, denn einen Gickel zu gewinnen bedeutete einen großen Gewinn. Heute hält kaum einer mehr sein eigenes Vieh, weshalb diese Tradition nicht mehr oft ausgeübt wird.

Ausgrabung und Beerdigung der Kerb

Am Kerbedonnerstag wird die Kerb ausgegraben – aber warum ausgraben? Auf dem alten Friedhof, das ist der Platz hinter der Kirche, wird jedes Jahr nach der Kerb eine Weinflasche begraben. Die Kerb wird also beerdigt für ein Jahr. Im neuen Jahr gräbt der Kerbevadder im Beisein seiner Kerbemudder sowie allen Kerbeburschen und -mädels diese Weinflasche und somit die Kerb wieder aus.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen findest du unter DATENSCHUTZ und DISCLAIMER
Diese Meldung erscheint alle zwei Wochen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

JA, das habe ich verstanden