Historie

KG alt 1966

  Das waren sie…

… die „Rotjacken“ (einige fehlen auf dem Foto), die sich am Dienstag, 09.06.1966 im Gasthaus „Zum Grünen Wald“ zu ihrer ersten Versammlung als Kerbegesellschaft trafen und beschlossen, am Samstag, 10.09., um 7.00 Uhr die Kerbebäume aus dem

Nordenstädter Wald zu holen. Pünktlich setzte sich die muntere Schar in Bewegung und kaum im Wald angekommen, lag der erste Baum. Vier Bäume wurden geladen, der Wagen geschmückt, der Durst gelöscht und in Richtung Heimat gefahren. Am Abend zeigten die vier Bäume „In Walle, do is Kerb!“

„Mer misst emol widder rischtisch Kerb halle…“

… das sagten sich einige Jugendliche, als die Kerb 1966 wieder einmal vor der Tür stand. Die Zeit, um bereits im Jahre 1966 etwas auf die Beine zu stellen, war zu knapp, somit begnügte man sich mit dem Baumeinholen. Aber dann schritten die Burschen zielstrebig auf die Kerb 1967 zu.

Nun ging es weiter: Ein Verein musste gegründet, ein passender Name sowie ein Symbol gefunden werden und an Geld fehlte es auch.

In der ersten Versammlung nach der Kerb 1966 wurde der Name beschlossen – aus ,,Krötenbach“ und ,,Wallauer Buben“ wurden die ,,KROTTEBACH- BOUWE“. Hieraus bildet sich auch das Symbol einer Kröte (en Krottert). Die Voraussetzungen waren geschaffen und man wollte den Verein natürlich auch ordentlich anmelden. Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte somit am 1.4.1970. Der erste Vorstand bestand aus Rolf Villmar als 1. Vorsitzender, ihm zur Seite standen Manfred Rasch, Heinz Stark, Dieter Pflug, Werner Heuser, Hans Kaiser, Bernd Fischer, Günter Raab und Karl Schindler.

KG alt Giggel

Um Geld in die Vereinskasse zu bekommen, beschloss man in der damaligen Sitzung, als von jedem aktiven Mitglied DM 10,–,  von Bundeswehrangehörigen DM 5,– und von passiven Mitgliedern DM 1,– an Monatsbeiträgen zu kassieren. Man wollte ja wieder „rischtisch Kerb halle“ und dafür musste erst einmal Geld in die Kasse kommen. Damals war das noch viel Geld.

Nun wurde es auch Zeit, die erste Zeltkerb vorzubereiten. Ein starker Motor war hier Rolf Villmar. Ein Zelt musste gebucht werden, ein Vergnügungspark war notwendig, ein Heimat- und Bunter Abend sollte stattfinden und natürlich ein Kerbezug. Hammel und Baum durften auch nicht fehlen.

Der Termin wurde auf das 2. Wochenende im September festgelegt. Nun hieß es, die Bevölkerung und die Vereine zu mobilisieren. Beides gelang gut, aber an den Juxplatz und den Bunten Abend, da wollte keiner so richtig ran. Dennoch gelang es, Einiges auf die Beine zu stellen.

Kerb ausgraben, Baum holen, Hammel besorgen, Heimatabend, Kerbezug, Kinderbelustigung, Baum und Hammel verlosen und der erste Bunte Abend, alles fand erfolgreich statt. Auch das Wetter spielte mit und man konnte viele Gäste in Wallau begrüßen, getreu dem Motto: Und wenn die Stern vom Himmel falle, die Waller Kerb wird hochgehalle.

Nun ist schon ein Generationswechsel vollzogen und immer noch ist das Gerippe so, wie es 1966 angedacht war.

Die Gründer der KG waren:
Günter Raab, Heinz Riedel, Jakob Hambuch, Gerd Raab,
Ernst Lichtnecker, Heinz Stark, Herbert Prokop, Bernd Fischer,
Wilfried Fischer, Werner Heuser, Karl Schindler, Manfred Rasch,
Dieter Bernecker, Dietmar Eckerl, Hans Kaiser, Helmut Krämer,
Gustav Stettner, Hardwig Weigand, Gerd Pasternak, Dieter Pflug und Rolf Villmar.
Sehr große Verdienste, in der Anfangszeit, hatten Adolf Metzler, Heinz Bernecker, Willi Löw, Elly Lanz und noch viele ungenannten Helfer.

Der erste Vorstand setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:
1. Vorsitzender Rolf Villmar †
2. Vorsitzender Günter Raab
1. Kassierer Manfred Rasch
2. Kassierer u.Fahnenträger Heinz Starck
1. Schriftführer Dieter Pflug †
2. Schriftführer Werner Heuser
Wirtschaftsausschuß Emil Hambuch †
Zugleiter Heinz Seitner †
Webeleiter  Hans Kaiser †
Zeugwart Jakob Hambuch
Zeugwartin Carmen Wiehle
Bauausschuß Heinz Bernecker †
Zwei Beisitzer Karl Schindler † und Heinz Riedel

3 Generationen Kerbepaar

Wir wollen in deren Sinn weitermachen. Und so soll es auch sein. Der Idee, aus der Not geboren, den Wallauern und ihren Gästen ein paar Tage Frohsinn und Heiterkeit mit einem bunten Programm zu bieten, ist man bis in der heutigen Zeit treu geblieben. Eigentlich hat sich im Laufe der vergangenen Jahre im Ablauf der Kerbetage wenig verändert.

So wird alljährlich Donnerstags die Kerb ausgegraben, Samstags der Kerbebaum aufgestellt, Sonntags findet der bunte Umzug durch Wallaus Straßen statt und der Montag lädt zum Frühschoppen in das Kerbezelt.

Auch den Ursprung der Kirchweih hat man nicht vergessen. So gingen die Kerbeburschen und -mädchen bis vor einigen Jahren Donnerstags vor der Kerbeausgrabung in den Gottesdienst. Nun wird die Kerb im Beisein des Pfarrers auf dem alten Friedhof hinter der Kirche mit der symbolischen Weinflasche „ausgegraben“. Dafür findet am Kerbesonntag um 11.00 Uhr ein wunderschöner Zeltgottesdienst statt, der immer beliebter wird.

Hier in der Kirche nahm ja alles seinen Anfang. Das Kirchweihfest, bei uns sagt man „Kerb“, hat seinen Ursprung in der Einweihungsfeier unseres ehemals neu erbauten Gotteshauses am 07. Oktober 1742 und war in das Geschehen dieses kirchlichen Festaktes mit anschließender festlich-kulinarischen Tafelrunde im Hause des Schultheißen im weitesten Sinne eingebettet.

Denn jeder Einwohner war nicht nur Angehöriger einer kirchlichen Gemeinschaft, sondern auch überzeugter Bürger seines Dorfes. Die Grundsteinlegung der heutigen Kirche fand am 08. März 1741, vor mehr als 270 Jahren, statt; die Einweihungsfeier war dann am 07. Oktober 1942.

Warum sich dieser Einweihungstag in seinen Wiederholungen nicht zeitgerecht gehalten hat, lag nicht an der Kirchengemeinde. Im Reihum der Kerben aller Dörfer der näheren Umgebung vermied man grundsätzlich aus gutnachbarlicher Rücksicht Terminüberschneidungen, damit die Jugend, von Dorf zu Dorf gehend, recht viele gesellig-frohe Sonntage im Sich-Kennenlernen ausreichend genießen konnte.

Giggel neuer

Nach gut eingebrachter Ernte und abgeschlossener Feldarbeit sollten die Menschen noch gemütlich zusammenfinden zum längeren Verweilen. Dies trug wohl dazu bei, unseren Kerbetermin auf Anfang November zu verschieben. Da konnte sogar noch zusätzlich beim „Huchemer Maad oaner druffgemoacht“ werden. Des Schiebens noch kein Ende! Im Jahre 1961 wurde die Kerb vorverlegt auf die beiden letzten Oktobersonntage. Noch nicht genug damit: aus Gründen der Zweckmäßigkeit schossen die Veranstalter im Rückwärtsgang Vollgas erneut am geschichtlichen Kirchweihtermin vorbei und landeten beim 2. Septembersonntag. Diesen Termin übernahm die 1966 gegründete Kerbegesellschaft „Die Krottebachbouwe“ und wird auch seitdem beibehalten.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen findest du unter DATENSCHUTZ und DISCLAIMER
Diese Meldung erscheint alle zwei Wochen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

JA, das habe ich verstanden